Der Kindergarten als Lebenschule

In den meisten Ländern wird vor der eigentlichen Schulzeit eine Einführungsphase, üblicherweise Kindergarten genannt, angeboten. In den meisten Ländern ist diese freiwillig, doch wird sie meist von einem großen Teil der Kinder besucht. Der Fokus dieser Stufe liegt noch nicht auf dem Erlernen von Wissen, sondern auf der Ausbildung sozialer Fähigkeiten und auf der Gewöhnung an das Schulsystem.

Soziale Kompetenzen als wichtiges Ziel
Das erlernen sozialer Kompetenzen und den Umgang mit anderen Kindern der gleichen Altersstufe ist eine sehr wichtige Komponente der Ausbildung im Kindergarten. Manche Kinder hatten bis zu diesem Zeitpunkt noch wenig Kontakt mit gleichalterigen Kindern und müssen zuerst an diese neue Situation gewöhnt werden. Weiter werden die Kinder aber auch an das pünktliche Erscheinen und einen strukturierten Tagesablauf gewöhnt. Für die meisten Kinder ist dies eine völlig neue Erfahrung und eine wichtige Vorbereitung auf die Grundschule.

Neben diesen beiden sehr wichtigen Punkten werden aber noch viele weitere soziale Komponenten gelernt. So lernen die Kinder zum Beispiel still zu sitzen, Erwachsenen und anderen Kindern zu zuhören oder einfache Konflikte zu lösen. Auch Geduld wird den Zöglingen beigebracht, ebenso sich unterzuordnen. Letzteres ist für manchen verwöhnten Sprössling eine harte Lektion, wurden sie doch bis zu diesem Zeitpunkt von ihren Eltern nach Strich und Faden verwöhnt.

Erlernen einfacher Fähigkeiten
Neben den sozialen Kompetenzen unterrichten die Kindergärten in manchen Ländern auch bereits einfache schulische Fähigkeiten. So werden oft die Zahlen von 1 bis 10 in der richtigen Reihenfolge gelernt. In den meisten Kindergärten wird auch das Schreiben und Lesen des eigenen Namens beigebracht, in anderen, mehr schulisch ausgelegten Kindergärten sogar schon das ganze Alphabet.

Das eigentliche Erlernen des Alphabets, sowie das Schreiben und Lesen im Allgemeinen ist aber in der Regel der Elementarstufe vorbehalten. Dort profitieren aber Schüler, welche einen entsprechenden Kindergarten besucht haben, von ihrer Vorbildung, was sich oft in sehr guten Lehrerfolgen ausdrückt.

Auch Spiel und Spaß haben ihren Platz
In einem Kindergarten haben aber nicht nur die Erziehung und das erlernen einfacher Fähigkeiten ihren Platz, sondern auch Spiel und Spaß. Die Kinder können ihre sozialen Kompetenzen mit gleichaltrigen nämlich am besten beim gemeinsamen Spielen entwickeln. Somit entwickeln die Kinder zum Beispiel ganz unbemerkt einen Sinn für Gerechtigkeit und Geduld. Alles Eigenschaften, welche später im Schulalltag von sehr großer Bedeutung sind und anders nur sehr schwer erlernt werden könnten.